Phasen des Burn-Out-Syndroms

Verleugnung der Erschöpfung ist der Einstieg in den Burn-Out, Verleugnung ist das Hauptmerkmal. Das ist doch alles nicht so schlimm – Abwehr der Erschöpfung ist der zweite Mechanismus, der schnell greift, um sich nicht mit sich und seiner Situation auseinander zu setzen.

Die Erschöpfung beginnt schleichend und unauffällig

(zitiert nach M. Burisch 1994: das Burnout-Syndrom: Theorie der inneren Erschöpfung, Berlin, Springer 2. Auflage)

1. Phase – Warnzeichen der Anfangsphase

  • Vermehrtes Engagement für Ziele
    • Hyperaktivität
    • Gefühl der Unentbehrlichkeit
    • Gefühl nie Zeit zu haben
    • Verleugnung der eigenen Bedürfnisse
    • Verdrängung von Misserfolgen und Enttäuschungen
    • Beschränkung der sozialen Kontakte
  • Erschöpfung
    • Chronische Müdigkeit
    • Energiemangel
    • Unausgeschlafenheit
    • Erhöhte Unfallgefahr

2. Phase – Reduziertes Engagement

  • Für Klienten, Kunden, Patienten etc.
    • Desillusionierung
    • Verlust positiver Gefühle für Klienten
    • Meidung von Kontakt mit Klienten und/oder Kollegen
    • Aufmerksamkeitsstörungen in der Interaktion mit anderen Menschen
    • Verschiebung des Schwergewichtes von Hilfe auf Beaufsichtigung
    • Schuldzuweisungen für Probleme an die anderen
    • Stereotypisierung von Schülern, Klienten, Patienten
    • Betonung von Fachjargon
  • Für andere allgemein:
    • Unfähigkeit zu geben
    • Kälte
    • Verlust der Empathie
    • Unfähigkeit zur Transposition
    • Verständnislosigkeit
    • Schwierigkeiten anderen zuzuhören
    • Zynismus
  • Für die Arbeit:
    • Desillusionierung
    • Negative Einstellung zur Arbeit
    • Widerwillen und Überdruss
    • Widerstand zur Arbeit zu gehen
    • Ständiges auf die Uhr sehen
    • Fluchtphantasien
    • Tagträumen
    • Überziehen von Arbeitspausen
    • Verspäteter Arbeitsbeginn
    • Vorverlegter Arbeitsschluss
    • Fehlzeiten
    • Hohes Gewicht von materiellen Bedingungen für die Arbeitszufriedenheit
    • Verlagerung des Schwerpunktes auf die Freizeit, „Aufblühen“ am Wochenende
  • Erhöhte Ansprüche
    • Verlust von Idealismus
    • Konzentration auf die eigenen Ansprüche
    • Gefühl, ausgebeutet zu werden
    • Eifersucht
    • Partnerprobleme
    • Konflikte mit den eigenen Kindern

3. Phase – Emotionale Reaktionen und Schuldzuweisungen

  • Depression
    • Schuldgefühle
    • Reduzierte Selbstachtung
    • Insuffizienzgefühle
    • Gedankenverlorenheit
    • Selbstmitleid
    • Humorlosigkeit
    • Unbestimmte Angst, Nervosität
    • Abrupte Stimmungsschwankungen
    • Verringerte emotionale Belastbarkeit
    • Bitterkeit
    • Abstumpfung, Gefühl von Abgestorbensein und Leere
    • Schwächegefühl
    • Neigung zum Weinen
    • Ruhelosigkeit
    • Gefühl des Festgefahrenseins
    • Hilflosigkeits-, Ohnmachtsgefühle
    • Pessimismus, Fatalismus
    • Apathie
    • Selbstmordgedanken
  • Aggression
    • Schuldzuweisung an andere oder „das System“
    • Vorwürfe an andere
    • Verleugnung der Eigenbeteiligung
    • Ungeduld
    • Launenhaftigkeit
    • Intoleranz
    • Kompromissunfähigkeit
    • Nörgeleien
    • Negativismus
    • Reizbarkeit
    • Ärger, Ressentiments
    • Defensive Einstellungen „da kann man eh nichts machen“
    • Misstrauen
    • Häufige Konflikte mit anderen
    • Gefühle herunterschlucken, sich anpassen

4. Phase – Abbau

  • der kognitiven Leistungsfähigkeit
    • Konzentrations- und Gedächtnisschwäche
    • Unfähigkeit zu komplexen Aufgaben
    • Ungenauigkeit
    • Desorganisation
    • Entscheidungsunfähigkeit
    • Unfähigkeit zu klaren Anweisungen
  • der Motivation
    • verringerte Initiative
    • verringerte Produktivität
    • Dienst nach Vorschrift
  • der Kreativität
    • verringerte Fantasie
    • verringerte Flexibilität
  • Entdifferenzierung
    • rigides schwarz-weiß Denken
    • Widerstand gegen Veränderung aller Art

5. Phase – Verflachung

  • des emotionalen Lebens
    • Verflachung gefühlsmäßiger Reaktionen
    • Gleichgültigkeit
  • des sozialen Lebens
    • Weniger persönliche Anteilnahme an andere oder exzessive Bindungen an Einzelne
    • Meidung informeller Kontakte
    • Suche nach interessanteren Kontakten
    • Meidung von Gesprächen über die eigenen Arbeit
    • Eigenbrötelei
    • Mit sich selbst beschäftigt sein
    • Einsamkeit
  • des geistigen Lebens
    • Aufgabe von Hobbys
    • Desinteresse
    • Langeweile

6. Phase – Psychosomatische Reaktionen

  • Schwächung des Immunsystems
  • Unfähigkeit zur Entspannung, zum Loslassen
  • Schlafstörungen
  • Alpträume
  • Sexuelle Probleme
  • Gerötetes Gesicht
  • Herzklopfen
  • Engegefühl in der Brust
  • Atembeschwerden
  • Beschleunigter Puls
  • Erhöhter Blutdruck
  • Alkoholabusus
  • Muskelverspannungen
  • Rückenschmerzen
  • Kopfschmerzen
  • Nervöse Tics
  • Verdauungsstörungen
  • Übelkeit
  • Magen-Darm-Geschwüre
  • Gewichtsveränderungen
  • Veränderte Essgewohnheiten
  • Mehr Kaffee, Tabak, andere Drogen
  • Exzessiver Leistungssport

7. Phase – Verzweiflung

  • Negative Einstellung zum Leben
  • Hoffnungslosigkeit
  • Gefühl der Sinnlosigkeit
  • Existenzielle Verzweiflung
  • Selbstmordabsichten